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Am Sonntag abend haben wir vier 3 Wochen alte Halsbandsittiche bekommen. Da ihre Eltern sie nicht füttern, ja sogar angefangen haben, ihnen die Federn auszureissen, nehmen wir sie in unsere Obhut. Noch am gleichen Abend haben wir die Kleinen mit einem Gemisch aus Griessbrei und Babynahrung gefüttert. Sie haben ganz wenig und sehr langsam gefressen. 23.02.2003 (21 Tage)
   
Am Montag morgen um halb sieben hat es das erste Frühstück gegeben. Es hat eine Dreiviertelstunde gedauert, um die 4 Winzlinge zu füttern. Sie sind zwar sehr hungrig gewesen, aber die Fütterungsprozedur (welche mit Hilfe einer Injektionsspritze vonstatten geht) sind sie noch nicht gewohnt. Und sicher haben sie auch Angst gehabt. Noch am gleichen Tag haben wir den Nistkasten auf dem warmen Fussboden im Badezimmer installiert. Dort ist es warm genug.

Karl hat Spezialaufzuchtfutter (in Holland und in Amerika erhältlich) besorgt, was sichtlich besser geschmeckt hat und - wie vom Züchter betont worden ist - alle wichtigen Nährstoffe enthält. Dieses Futter sieht aus wie ein gemahlener Futterwürfel und wird mit Wasser gemischt und gerührt. Diesen Brei wärmen wir jeweils in der Mikrowelle ca. 12 Sekunden auf. Die Injektionsspritzen erwärmen wir in heissem Wasser. Der Brei muss lauwarm sein. Also prüfen wir jedes mal noch vor dem Füttern die Temperatur: nicht zu kalt und - vor allem - nicht zu heiss!

 

24.02.2003 (22 Tage)
   
In der ersten Woche werden sie 6 mal am Tag gefüttert: morgens um halb sieben, dann etwa um halb zehn ein zweites Mal, gegen ein Uhr mittags, am Nachmittag um halb vier, 3 Stunden später und zuletzt gegen halb zehn Uhr. Das braucht jeweils etwas Geduld, da die Kleinen ziemlich gierig sind und man vorsichtig sein muss, um sie nicht vollzukleckern.

Die Kleinen fressen nicht bei jeder Fütterung gleich viel. Oft legen sie auch eine kleine Pause ein, wenn sie am Anfang sehr gierig gefressen haben. Und dann kommt der zweite Gang, wo sie nochmals ordentlich zulegen.

Bei den ersten paar Fütterungen in den ersten 3 Tagen haben die vier ca. 10 ml gefressen (pro Fütterung): also zwischen 2-3 Milliliter pro Sittich. Es ist sehr wichtig, darauf zu achten, dass jeder gefüttert wird. Am besten, man prüft bei jedem einzelnen das Kröpfchen. So kann man ganz genau feststellen, welcher schon viel und welcher fast gar nichts gefressen hat. Wir haben auf unseren Kleinsten immer besonders geachtet. Auch wenn er am Anfang nicht so gierig gefressen hat wie seine Geschwisterchen, haben wir ihn stets ausreichend gefüttert. Und so hat er innert 4 Tagen 17 Gramm zugenommen!
23. - 29.02.2003
   
Am Samstag stellen wir von 6 Fütterungen auf 5 um: bis am Mittag halten wir die eingeplanten Zeiten ein. Am Nachmittag um halb fünf gibt es dann eine 4. Fütterung und um 9 Uhr die letzte. Wir kontrollieren ihr Gewicht und bemerken eine deutliche Zunahme, auch mit 5 Fütterungen. So haben wir uns entschieden, die 2. Woche so weiterzumachen.

Sie hocken immer dicht aneinander gedrängt in einer Ecke ihres Nistkastens, um sich gegenseitig zu wärmen. Auch fangen sie an, sich gegenseitig zu putzen. Inzwischen fressen sie bedeutend mehr (alle 4: 25 - 40 Milliliter pro Fütterung!).

Wir wägen sie jeden Tag, jeweils vor der letzten Fütterung. Am Montag haben sie zusammen 407 Gramm gewogen. In einer Woche haben sie zwischen 17 und 22 Gramm zugenommen, wiegen jetzt alle vier zusammen stolze 483 Gramm und sind wohlauf!

Ab und zu lassen wir sie im Badezimmer gerumtäppeln. Sie sind sehr neugierig und flink. Alleine ist es schwierig, die 4 im Zaum zu halten. Jeder geht auf Erkundigungstour und will seine Umgebung entdecken. Inzwischen schlagen schon alle kräftig mit den Flügeln. Sie sind jetzt 4 Wochen alt und werden - so haben wir aus dem Internet erfahren - in ein bis zwei Wochen flügge. Dann werden wir ihnen ein neues Zuhause in einem grösseren Käfig einrichten. Bis dahin sollten sie auch anfangen, Körner zu fressen.
01.03.2003 (27 Tage)
   
Eine Woche später (sie sind jetzt ca. 5 Wochen alt) haben wir den Nistkasten in einen Vogelkäfig gestellt. Den Eingang des Nistkastens haben wir vergrössert, so dass sie ihn verlassen können. Im Käfig haben wir einen Zweig Kolbenhirse befestigt. Ab und zu knabbern sie daran. Inzwischen sind sie nicht mehr nackt. Im Gegenteil, jetzt haben sie richtig schöne blaue Federn bekommen. Sie sind auch aktiver und beginnen, sich mit dem Schnabel überall hinaufzuziehen. Wir haben ein paar Vögelkörner (auch Sonnenblumenkernen) in eine Schale gefüllt. Ab und zu versuchen sie, ein Körnchen zu knacken. Aber sie haben noch nicht sehr viel Kraft im Schnabel. So füttern wir sie weiterhin und die Vier fressen gierig. Zwischendurch füllen wir eine Schale mit Wasser, damit sie lernen, selbst zu trinken. Es klappt noch nicht so ganz. Die Kleinen tauchen zwar mit dem Schnabel ins Wasser und spritzen herum, aber um richtig zu trinken, braucht es noch etwas Zeit. 08.03.2003 (34 Tage)
   
Jetzt sind sie 6 Wochen alt. Wir haben im Käfig ein paar Haselnussbaumzweige angebracht. Ein, zwei Versuche und schwupp... Schon sitzt einer zuoberst im Käfig und guckt frech zu den anderen 3 hinunter. Gegenseitig spornen sie sich an. Die Bewegungen sind zwar noch etwas unsicher, aber schon nach einem Tag halten sie sich feste auf den Stängelchen und springen von ganz oben frech hinunter. Es wird eifrig geklettert. Und falls mal ein Zweig fehlt, steht man einfach auf sein Geschwisterchen und schon ist man oben!

Sie haben ein paar Mal von einem Tag auf den anderen ein paar Gramm zugenommen und am nächsten Tag waren sie wieder um einiges leichter. Das hat sicher damit zu tun, dass wir sie nicht immer genau zu der gleichen Zeit am Abend wägen und sie jetzt sehr aktiv sind. Wir füttern sie nur noch 4 Mal am Tag: morgens, am Mittag, gegen 17 Uhr und dann nochmals gegen 21 Uhr. Sie haben immer noch gewaltigen Appetit und fressen zusammen jetzt zwischen 40 - 60 ml pro Malzeit! Die Kleinen schlagen kräftig mit den Flügeln; es geht bestimmt nicht mehr lange und das erste Junge fliegt!
15.03.2003 (41 Tage)
   
Die bestellte Volière ist inzwischen eingetroffen. Heute abend bauen wir sie zusammen. Es ist gar nicht so einfach. Zu dritt schaffen wir es aber dann doch und können die Halsbandsittiche in ihr neues Zuhause zügeln. Den Nistkasten stellen wir jedoch trotzdem noch in eine Ecke der Volière. Neugierig erkundigen die 4 ihr neues Heim. Zum Schlafen verkriechen sie sich jedoch wieder im Nistkasten. Ob das noch lange so bleibt?
Wie es sich gehört, bringen wir noch einen Wasserspender und einen Fressnapf mit aufgeweichten Kernen an. Aber gefüttert werden sie immer noch von Hand.
18.03.2003 (44 Tage)
   
Die letzten Tage sind sie fleissig am Klettern. Hinauf geht es schon ziemlich problemlos. Aber wie kommt man da wieder runter? Hm, wenn uns da niemand runterbringt, dann bleiben wir eben oben! - Tja, und so schlafen die 4 nicht mehr im Nistkasten, sondern - wie es sich gehört - auf einem Bein hoch oben in der Volière! 22.03.2003 (48 Tage)
   
Es ist Sonntag morgen, 7 Uhr. Tanja geht noch ziemlich verschlafen zu der Volière, um die Jungen zu füttern. Einen nach dem anderen nimmt sie heraus. Ein paar gierige Schnäbel voll nehmen sie und dann...
...fliegt einer nach dem anderen weg und macht sich auf Erkundigungstour im Wohnzimmer! Auf das war Tanja nicht vorbereitet. Schnell zieht sie noch die Vorhänge! Kiwi, Pippi, Zwasli und Krümel können die Distanzen noch nicht richtig einschätzen und wissen auch noch nicht, welche Landeplätze nicht so geeignet sind!
Das ist ein aufregender Morgen! Und mit dem regelmässigen Füttern ist jetzt Schluss. Inzwischen knacken sie schon härtere Kerne. Wir stellen noch eine Schale mit Aufzuchtsfutter in die Volière und beobachten, ob die 4 auch wirklich fressen. Das tun sie! Und wie! Sie sind ganz bekleckert und sehen aus, als hätten sie darin gebadet. Na ja, aller Anfang ist schwer...
Da sie jetzt so lebhaft sind, wägen wir sie nicht mehr jeden Tag. Höchstens noch einmal in der Woche.
23.03.2003 (49 Tage)
   
Heute Nachmittag wird - wie fast jeden Tag - etwas im Wohnzimmer herumgeflogen! Als Tanja von der Arbeit nach Hause kommt, nimmt sie alle 4 heraus. Alle krabbeln auf ihr rum. Einer der 4 liebt es, auf ihren Kopf zu klettern. Die andern knabbern an den Ohrläppchen. Es kitzelt! Dann macht's schwup und einer fliegt ne Runde! Dann die anderen 3. Es ist lustig, ihnen beim Fliegen zuzusehen. 2 wollen auf dem Eckaquarium landen. Das ist keine gute Idee, denn es ist oben offen. Schnell nimmt Tanja die beiden heraus. Sie sind etwas verdutzt und am Bäuchlein nass. Aber sie müssen auch lernen, Wasser von etwas anderem zu unterscheiden. Wir haben nämlich draussen im Garten ein Biotop. Und darüber wird die Volière gebaut. So können sie im Freien nach Herzenslust baden. 25.03.2003 (52 Tage)
   
Alle sind sehr lebhaft; ausser Kiwi. Er sitzt auf dem obersten Plätzen und gurrt manchmal vor sich hin. Ziemlich zerzaust sieht er aus. Wir machen uns alle Sorgen! Er hat Durchfall und so füttern wir ihn von Hand. Es scheint, als wäre es keine gute Idee gewesen, Äpfel zu füttern. 27.03.2003 (54 Tage)
   
Am nächsten Tag wird Kiwi ganz besonders beobachtet. Schon am Morgen, nachdem Tanja frisches Futter und Wasser gebracht hat, fliegt Kiwi hinunter und frisst ganz alleine. Er hat sich auch ganz gründlich geputzt und ist wieder munterer als gestern. Die andern 3 kommen auch gleich zum Frühstück. Und so wird munter gefressen, gepiepst und herumgetäppelt, wie wir es von den Süssen gewohnt sind. 28.03.2003 (55 Tage)
   

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